Das Schiedsrichterwesen

Berlins Handballer trauern um Bernd und Reiner Methe

Bernd und Reiner Methe kamen bei einem Autounfall ums Leben

Die Zwillinge Bernd und Reiner Methe sind tot. Auf dem Weg zum Bundesligaspiel des HBW Balingen-Weilstetten gegen den SC Magdeburg kamen die beiden Schiedsrichter am Freitag bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Lkw ums Leben. Wie die gesamte Handball-Szene ist auch der Deutsche Handballbund in tiefer Trauer und in Gedanken bei den Familien der Methes.

„Der tragische Tod zwei unserer besten Schiedsrichter hat mich geschockt. In ihrer langjährigen, auch international hochklassigen Karriere hat mich das Auftreten der Beiden immer sehr beeindruckt. Ihr Tod macht mich tieftraurig”, sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach am Samstagmorgen.

Noch am Freitagabend hatte die TOYOTA HBL in Absprache mit DHB-Schiedsrichterchef Peter Rauchfuß beschlossen, das restliche Spielprogramm des Wochenendes stattfinden zu lassen. „Der Verlust ist nicht zu beschreiben. Ich bin mehr als tief betroffen und weiß nicht, wie wir die Sache verarbeiten sollen”, sagte Rauchfuß. „Das ist ein Schicksalsschlag - da zählen für mich nur die Familien. Bernd und Reiner waren zwei der besten Schiedsrichter der Welt. Sie konnten auf zwei starke Familien, die ihnen immer zur Seite gestanden haben, vertrauen. So ein Leid und Schmerz - das ist unfassbar.”

Bernd und Reiner Methe waren seit 1987 Schiedsrichter und stiegen in dieser Zeit zu den weltweit besten Gespannen auf. 2010 leiteten sie in Wien das Finale der Männer-Europameisterschaft zwischen Frankreich und Kroatien. Am Sonntag waren sie von der EHF für das Champions-League-Spiel Ljuljana gegen Larvik nominiert gewesen. Sie hätten auch im Dezember bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Brasilien zum Einsatz kommen sollen. Bernd und Reiner Methe wurden nur 47 Jahre alt. Sie hinterlassen ihre Ehefrauen und zusammen drei Kinder. Quelle: DHB

Die Berliner Handallerinnen und Handballer möchten den Familien und Freunden von Bernd und Reiner Methe ihr tief empfundenes Beileid aussprechen.

Die Trauerfeier findet nun entgegen der ersten Meldung nicht auf dem Hauptfriedhof in Kassel, sondern in der Mehrzweckhalle in Vellmar-Frommershausen, Pfadwiese 10, statt.

Die Familie hat gebeten, von Kranz- und Blumenspenden sowie Beleidsbekundungen Abstand zu nehmen.

Ziele und Aufgaben des Schiedsrichterwesens

Dem Schiedsrichterwesen kommen vier wesentlichen Aufgaben im HVB1 zu:

  • Besetzung von Spielen mit Schiedsrichtern
  • Einheitliche Regelauslegung durch Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter, Zeitnehmer, Sekretäre, und Schiedsrichterbeobachter
  • Überwachung der Tätigkeiten der Schiedsrichter, Zeitnehmer, Sekretäre, und Schiedsrichterbeobachter
  • Nominierung von Schiedsrichter, Schiedsrichterbeobachter sowie Zeitnehmer u. Sektretäre für eine entsprechende Aufgabenwahrnehmung.

Dabei obliegt die Leitung des Schiedsrichterwesens dem Schiedsrichterausschuss,
bestehend aus:

  • Schiedsrichterwart
  • Referent für Schiedsrichterausbildung
  • sowie bis zu sechs Beisitzer.

1 Vgl. HVB Satzung sowie HVB Schiedsrichterordnung

Schiedsrichterausschuss

Schiedsrichterausschuss gewählt beim Schiedsrichtertag am 26.02.2009

 

Schiedsrichterwart Harald Mohr
Schiedsrichter-Lehrwart Heinrich Fleck
Beisitzer:  
- Schiedsrichter-Fortbildung nn*
- Schiedsrichterbeobachtung Thomas Heinrich
- Jung-Schiedsrichterprojekt Manfred Starke
- Z/S-Wesen  
(Ansetzungen, Aus- und Fortbildung) Werner Binting
- Internetauftritt Torge Maaßen
   
Hauptamtlicher Mitarbeiter Thomas Marunde
   
Die nächste Wahlperiode für die dreijährige Amtsperiode ist im Jahr 2012.  



* Rücktritt Sascha Gremmel am 24.08.2010.

Konzepte
  • Leistungskonzept
    Die HVB-Leistungsschiedsrichter müssen sich besonderen Anforderungen stellen, denn sie leiten Spiele bis zur höchsten Berliner überregionalen Spielklasse - die Oberliga Ostsee-Spree (OOS). Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird von ihnen auch einiges erwartet: Die Teilnahme an dem Saisonvorbereitungslehrgang, dem Halbzeitlehrgang, das Bestehen von jährlichen Regel- und Lauftests und die kontinuierliche körperliche und geistige Fitness. Nur wer selber den Anspruch hat, leistungsorientiert zu pfeifen, ist in der Lage, eine adäquate Spielleitung zu liefern. Zudem werden die Gespanne auch von Dritten beurteilt (siehe auch Beobachtungskonzept), dadurch können sich die Gespanne auch verbessern.

    All diese Maßnahmen haben dabei nur ein Ziel: Den Mannschaften unabhängige und kompetente Schiedsrichter zur Verfügung zu stellen. Das HVB-Leistungskonzept steht somit auch in Übereinstimmung mit dem Leistungsgrundsatz der HVB- und der DHB-Schiedsrichterordnung (§ 4).
  • Beobachtungskonzept
    Grundlage für einen Leistungskader ist die neutrale Beurteilung der Gespanne. Das heißt die Schiedsrichterleistungen im Leistungskader werden von erfahrenen, besonders geschulten Beobachtern vorgenommen. Durch die Funktion der Beobachtung bekommen die Gespanne ein unabhängiges Feedback und werden so in ihrer weiteren Entwicklung gefördert. Als Beurteilungs-Kriterienkatalog gibt es einen (meistens) bundesweit einheitlichen "Schiedsrichterbeobachterbogen".
    Anhand dieses Bogens werden verschiedenste Bereiche wie Spielregeln (z.B. Stürmerfoul, Progression, Vorteil), persönlicher Eindruck (z.B. Zusammenarbeit, Einflussnahme) sowie der Gesamteindruck (z.B. Gesamtlinie, Neutralität) genauer beurteilt. 
    Zusätzlich ermöglichen die Beobachtungen ein Punkte-Ranking, welches über Auf- und Abstieg entscheidet. Daher wird von den Beobachtern größtmögliche Objektivität erwartet und eine hohe Regelsicherheit.
  • Nachwuchskonzept
    Ohne Nachwuchs keine Zukunft. Dies gilt bei den Vereinen genauso wie im Schiedsrichterwesen.  Daher ist das Schiedsrichterwesen ständig auf der Suche nach gutem Nachwuchs und möchte auch einiges anbieten: Individuelle Betreuung durch SR-Coaches bei den Spielen, theoretische und praktische Fortbildungen während der Saison, Spielaufträge aus dem Leistungskaderbereich (nach Leistungsstand) und zielgerichtete Vorbereitung für den Leistungskader (Festigung der Regelkenntnisse sowie Vorbereitung auf den Lauftest).
    Und deshalb sind insbesondere die Nachwuchsgewinnung, - betreuung und -förderung die wesentlichen Bestandteile des HVB-Nachwuchskonzeptes. Zusätzlich haben die SR-Vereinsobmänner eine ganz besondere Rolle. Durch ihren naturgemäß engen Kontakt zu den Gespannen "ihres" Vereins können sie als erste potenzielle Gespanne erkennen und vorschlagen.

    Seit Dezember 2009 ist Sportfreund Manfred Starke der Nachfolger des am 03.09.2009 zuückgetretenen Thomas Range. Seit dem wuchs der Kader auf bis zu 8 Nachwuchsgespanne an und zahlreiche Turniere wurden besucht. Mehr Infos unter dem Abschnitt --> Nachwuchsförderung.
Einstufung der Schiedsrichter
Einstufung DHB Schiedsrichter
Einstufung HVB Schiedsrichter
Einstufung HVB Schiedsrichter
Statistik

HVB Schiedsrichter

2011/2012

%

2010/2011

%

DHB A

2

1%

4

2%

DHB B

2

1%

4

2%

DHB C 

6

3%

8

8%

A-JBL

2

1%

na

HVB Kader

27

14%

37

15%

Nachwuchs

8

4%

6

2%

Abschnitt

151

76%

185

76%

Gesamt

198

100%

241

100%

Stand 10/2011

Historie

Schiedsrichterwarte des HVB:

Name

Verein

von

bis

Alfred Plötz

SC Siemensstadt

1949

1957

Hans Müller

BT-Spiel

1957

1963

Wolfgang Krüger

SC Charlottenburg

1963

1968

Johannes Nicodemus

Turnsport 11

1968

1971

Lothar Thöns

ASC Spandau

1971

1973

Johannes Nicodemus

Turnsport 11

1973

1981

Dietrich Silber

TS Schöneberg

1981

1983

Michael Kulus

BTSV 1850

1983

1987

Klaus Semler

SV Buckow

1987

2000

Jörg Loppaschewski

SG TMBW

2000

2003

Dietrich Silber

TSV Marienfelde

2003

2006

Harald Mohr

TSV Marienfelde

2006

heute


Nächste SR-Wahl bzw. Wahlperiode steht im Jahr 2012 an!