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17.12.2016 22:23 Rubrik: Länderpokal 2017

DHB-Länderpokal Tag 3: Sachsen-Anhalt und Berlin im Finale

Großer Kampf und starke Emotionen prägten den 3. Tag des DHB-Länderpokals am Samstag. Mit dem Beginn der Platzierungsrunde sorgten die Viertelfinal- und die anschließenden Halbfinalpartien für sportliche Highlights. Für das Finale am morgigen Freitag haben sich der HV Sachsen-Anhalt und der HV Berlin qualifiziert. Während die Berliner aufgrund eines perfekten Starts gegen den HV Württemberg die Oberhand behielten, gelang Sachsen-Anhalt eine Aufholjagd mit einem Sieg in der Verlängerung gegen Schleswig-Holstein.


Aaron Krai führte Berlin gegen stark kämpfende Württemberger ins Endspiel um den DHB-Länderpokal 2016 (Foto: Alter.Keeper)

HV Berlin - HV Württemberg 20:18 (13:7)
Mit einem Blitzstart beförderte sich der HV Berlin im Halbfinale gegen den HV Württemberg in eine ideale Position. Berlin zog durch eine gute Abwehrleistung und einen konzentrierten Angriff auf 6:1 nach neun Minuten davon, sodass die Württemberger früh zu einer Auszeit gezwungen waren. Daraufhin steigerte sich die Auswahlmannschaft aus dem Süden Deutschlands, die unter anderem durch zwei Siebenmeter von Axel Goller auf 7:6 verkürzte. Von der kurzen Schwächephase ließ sich Berlin allerdings nicht beeindrucken, ganz im Gegenteil. Die Hauptstädter zogen erneut das Tempo an und zogen in ähnlicher Manier wie zu Beginn des Spiels bis zur Halbzeit auf 13:7 davon.

Weshalb die Begegnung noch einmal spannend wurde, war anhand von zwei Faktoren zu erklären. Der HV Württemberg zeigte nach dem Seitenwechsel eine deutlich bessere Offensivleistung, wodurch die Berliner weniger Entlastungsangriffe bekamen. Vor allem ein gut aufgelegter Axel Goller, der mit elf Toren bester Werfer des Spiels war, überzeugte über die gesamte Spielzeit. Hinzu kam eine starke Leistung von Sebastian Rica-Kovac. Der Torhüter des HV Württemberg brachte die Berliner Offensive in der zweiten Halbzeit an den Rand der Verzweiflung, weil er unter anderem auch drei freie Würfe entschärfte. Plötzlich war Württemberg wieder im Spiel und glich nach 37 Minuten zum 15:15 aus. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass die vielen Spiele innerhalb weniger Tage ihre Spuren hinterließen. Dementsprechend konterten sie sich in der Folge immer wieder.

Somit blieb die Begegnung bis zum Ende spannend. Torhüter Sebastian Rica-Kovac  glänzte mit weiteren Paraden, doch auch das Berliner Gespann Jan Jochens und Tim Folgmann hatte seine starken Momente und ließ Württemberg nicht vorbeiziehen. Am Ende sollte sich Berlin knapp durchsetzen, weil Aaron Krai das Spiel in der Schlussphase mit viel Übersicht gestaltete. Hinzu kam eine gute Leistung von Loris Kotte, der mit insgesamt fünf Toren bester Werfer der Berliner war. Der Rechtsaußen führte mit seinem dritten erfolgreichen Siebenmeter zum 20:17  die Entscheidung herbei. Luis Kuhnle verkürzte noch einmal für Württemberg, doch Berlin spielte die Zeit kontrolliert herunter.

Berlins Trainer Bob Hanning lobte seine Mannschaft: "Auch wenn wir in dem Turnier bisher nicht alles richtig machen, habe ich riesigen Respekt vor der Willensstärke und der Bereitschaft  meines Teams. Wir sind immer wieder dabei, unsere Komfortzone aufs Neue zu verlassen." Erleichtert zeigte sich Linksaußen Torben Matzken, der drei Tore für Berlin erzielte: "Das Spiel war schon sehr anstrengend, vor allem weil wir vorher im Viertelfinale noch über die Verlängerung gehen mussten. Wir haben alles gegeben und jetzt bin ich froh, dass wir im Finale stehen."

Trotz der Niederlage gegen Berlin sieht der HV Württemberg den Gesamtauftritt beim DHB-Länderpokal durchweg positiv. "Ich kann meiner Mannschaft nur ein Riesenkompliment dafür machen, wie sie sich hier geschlagen hat", sagte Kreisläufer Julian Mühlhäuser, "Es war ein tolles Spiel, wir haben alles reingeworfen, aber am Ende hat es nicht gereicht." Eine letzte wichtige Aufgabe steht noch an, weiß auch Julian Mühlhäuser: "Wir haben morgen die Chance auf eine Medaille im Spiel um Platz 3. Jetzt müssen wir den Kopf wieder freibekommen und noch einmal alles geben."

HV Schleswig-Holstein - HV Sachsen-Anhalt  31:32 n.V. (29:28, 26:26, 17:10)

Eine grandiose Aufholjagd legte der HV Sachsen-Anhalt hin. Bis zur Halbzeitpause hatte der HV Schleswig-Holstein klar dominiert. Doch in den Schlussminuten der regulären Spielzeit kämpfte sich Sachsen-Anhalt immer mehr heran. Getragen von einem überragenden Yannick Dannenberg, der zwölf Tore erzielte, erzwang seine Mannschaft in der Schlussminute das 26:26, ehe die Partie in der Verlängerung endgültig kippte.

In der 15. Spielminute deutete nichts auf einen hochspannenden Halbfinal-Krimi hin, denn der HV Schleswig-Holstein kontrollierte das Spiel nach Belieben. Die 11:6-Führung durch den achtfachen Torschützen Juri Knorr war das Resultat einer starken Angriffsleistung. Beim HV Sachsen-Anhalt fehlte derweil die Konsequenz in der Abwehr gegen die vielseitige Offensive der Norddeutschen. In der Folge setzte sich Schleswig-Holstein auf 17:10 zur Pause ab. Nach dem Seitenwechsel deutete zunächst nichts auf eine Wende hin, nach 30 Spielminuten wurde die Führung auf 20:12 ausgebaut.

Doch der Ruck in der Mannschaft von Sachsen-Anhalt folgte, jetzt hatte Yannick Dannenberg seinen großen Auftritt. Der Rückraumlinke aus Magdeburg brachte die zuvor sichere Verteidigung von Schleswig-Holstein mehrfach in Bedrängnis und hielt seine Mannschaft im Spiel. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Robin, mit dem Yannick über die Hälfte der Tore von Sachsen-Anhalt erzielte, wurde der Rückstand aufgeholt. Nach 45 Minuten traf Yannick Dannenberg  zum 24:24. Schleswig-Holstein wurde nervös, ließ jetzt sogar einen Siebenmeter liegen. Sachsen-Anhalt nutzte die Gelegenheit und ging in Führung. Allerdings raffte sich Schleswig-Holstein noch einmal zusammen und warf sich durch Dan Zimmermann und Lars Meereis zum 26:25. In der Schlussminute hatte jedoch wiederum Yannick Dannenberg das Durchsetzungsvermögen, um mit seinem nächsten Treffer die Verlängerung zu erzwingen.

Die Spannung in der großen Sporthalle am Sportforum stieg in den nächsten Minuten immer weiter an. Für Schleswig-Holstein sorgte jetzt Jaris Toebeler mit zwei Treffern für Entlastung. Auf der anderen Seite waren die Dannenberg-Brüder nicht in Griff zu bekommen. Weil Yannick Dannenberg allerdings eine Zeitstrafe kassierte, nutzte Schleswig-Holstein den Freiraum mit Lars Meereis zum 29:28. Somit hatten die Norddeutschen einen kleinen Vorteil, als es in die zweite Hälfte der Verlängerung ging.

Sicher sein konnte sich aber niemand, besonders weil auf beiden Seiten die Kräfte zunehmend schwanden. Es war ein Duell, dass keinen Verlierer verdient hatte. Am Ende aber drehte der HV Sachsen-Anhalt mit Oskar Schöll und Paul Schikora auf. Plötzlich lag Schleswig-Holstein mit 30:31 hinten, drei Minuten verblieben. Unter tosendem Applaus der mitgereisten Anhänger setzte sich Sven Eberlein zum Ausgleich durch. Doch den Schlusspunkt in einer hochspannenden Partie setzte Philipp Meincke, Rechtsaußen von Sachsen-Anhalt, in den Schlusssekunden zum 31:32-Endstand.

Die Halbfinalspiele am Samstag (16.30 Uhr)

HV Schleswig-Holstein - HV Sachsen-Anhalt  31:32 n.V. (29:28, 26:26, 17:10)
HV Berlin - HV Württemberg 20:18 (13:7)

Die Viertelfinalergebnisse am Samstag  (10.30 Uhr)
HV Württemberg - HV Westfalen 22:18 (12:6)
HV Sachsen-Anhalt - HV Niedersachsen 25:23 (15:13)
HV Berlin - HV Mittelrhein 27:24 n.V. (23:22, 20:20, 9:8)
HV Schleswig-Holstein - Badischer HV 29:17 (13:9)

Platzierungsspiele am Samstag

Platz 5 bis 8
HV Mittelrhein - HV Westfalen 26:22 (15:13)
Badischer HV - HV Niedersachsen 26:24 (11:11)

Platz 9 bis 12
HV Sachsen - Hessischer HV 23:26 (12:14)
Südbadischer HV  - HV Mecklenburg-Vorpommern 17:19 (9:7)

Platz 17 bis 20
HV Niederrhein - Thüringer HV 27:25 (18:8)
H V Saar - Bayerischer HV 28:31 (11:14)

Platz 13 bis 16
Bremer HV - Hamburger HV 17:22 (8:10)
HV Brandenburg - Rheinland-Pfalz Handball 17:27 (8:14)

Spiele am Sonntag
Spiel um Platz 19
9.00 Uhr HV Saar - Thüringer HV (Sporthalle Paul-Heyse-Str.)

Spiel um Platz 17
9.00 Uhr Bayerischer HV - HV Niederrhein (Lilli-Henoch-Sporthalle)

Spiel um Platz 15
9.00 Uhr Bremer HV - HV Brandenburg (Große Sporthalle)

Spiel um Platz 13
10.30 Uhr Hamburger HV - Rheinland-Pfalz Handball (Sporthalle Paul-Heyse-Str.)

Spiel um Platz 11
10.30 Uhr Südbadischer HV  - HV Sachsen (Lilli-Henoch-Sporthalle)

Spiel um Platz 9
10.30 Uhr HV Mecklenburg-Vorpommern - Hessischer HV (Lilli-Henoch-Sporthalle)

Spiel um Platz 7
12.00 Uhr HV Niedersachsen - HV Westfalen (Sporthalle Paul-Heyse-Str.)

Spiel um Platz 5
12.00 Uhr Badischer HV - HV Mittelrhein (Lilli-Henoch-Sporthalle)

Spiel um Platz 3
12.00 Uhr HV Schleswig-Holstein - HV Württemberg (Große Sporthalle)

Finale
14.00 Uhr HV Sachsen-Anhalt - HV Berlin (Große Sporthalle)