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27.09.2017 10:07

Beachhandball bei Olympischen Spielen

Das Internationale Olympische Komitee hat bei seiner Session in Lima Mitte September noch nicht über die Aufnahme des Beachhandballs ins Programm der Olympischen Spiele entschieden. Dies wird für Paris 2024 wahrscheinlich erst 2019/2020 geschehen.


„Beachhandball ist für den gesamten Handball ein Fortschritt. Wenn es nun bei der Regelung bleibt, dass das Programm der Olympischen Spiele innerhalb der Sportart entschieden wird, wäre das nahezu tragisch”, sagt Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes. „Falls Beachhandball nur zu Lasten von Hallenhandball olympisch werden könnte, bitte ich die IHF, nach gründlicher Diskussion baldmöglichst eine strategische Entscheidung zu treffen. Alle Handball spielenden Nationen müssen sich beim langfristigen Einsatz ihrer Ressourcen für Halle und Beach sowie die Entwicklung ihrer Nationalmannschaften rechtzeitig auf solch massive Änderungen des olympischen Programms einstellen können.”

Der Weltverband IHF stellte am Montag in einem Statement fest, dass eine Reduzierung der für Hallenhandball verfügbaren Quotenplätze nicht toleriert werde. Zudem verwies die IHF auf ein IOC-Schreiben vom 9. Juni dieses Jahres. Inhalt: Das IOC bot der IHF eine Zusammenarbeit an, um Möglichkeiten zu identifizieren, wie Beachhandball bereits bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio der Öffentlichkeit präsentiert werden könne. Damit könne man auf die Premiere des Beachhandballs bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Argentinien aufbauen.

Michelmann wünscht sich, dass das IOC alle Wettbewerbe einer generellen Evaluierung unterzieht und nicht grundsätzlich über Sportarten-Kontingente entscheidet. Eine Entscheidung pro Beach, aber contra Halle wäre aus Sicht des DHB-Präsidenten nicht zielführend. „Handball in der Halle ist das Kerngeschäft und auch für Olympische Spiele ein Erfolg. In Rio hat die Sportart Handball die zweitmeisten Zuschauer erreicht”, sagt Michelmann. „Sportarten entwickeln sich, werden vielfältiger, laufen aber Gefahr, dafür bestraft zu werden. Beachhandball tut dem Deutschen Handballbund in jedem Fall gut und hat das Potenzial, neue Zielgruppen für den Handballsport zu erreichen, damit neue Mitglieder zu gewinnen und bestehende Mitglieder zu binden.”

(DHB)