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04.01.2019 14:48

Korea bestreitet öffentliches Training im HSK

"Es wächst zusammen, was zusammen gehört", hatte Willy Brandt, der populäre Alt-Kanzler der 70er Jahre, den Mauerfall vom 9. November 1989 kommentiert. Historisch nicht ganz so bedeutend mag in diesem Kontext dann das Training der koreanischen Mannschaft im Horst-Korber-Sportzentrum auf den ersten Blick erscheinen. Dennoch ist auch dies sporthistorisch bedeutsam. Denn bisher hat es noch nie eine gemeinsame Handball-Nationalmannschaft aus Korea gegeben. Entsprechend groß war eine Woche vor dem Beginn der Handball-WM in Berlin dann auch das Medieninteresse.


Co-Trainer Sin Myung Chol (Nord-Korea), Cheftrainer Cho Young Shin (Süd-Korea), Ri Song Jin (Nord-Korea) und Mannschaftskapitän Jung Su Young (Süd-Korea) nach dem Training im HSK. Foto: Hundt

Denn wenn am 10. Januar die deutsche Mannschaft das Eröffnungsspiel zur WM bestreitet, wartet ausgerechnet die koreanische Mannschaft auf den Weltmeister von 1978 und 2007. Sportlich wird es ein weiterer Vergleich zwischen David und Goliath werden. Dennoch ist man sich in Korea um die historische Bedeutung des Spielortes, des Gegners und der eigenen Mission bewusst.

 

"Mit dem Fall der Mauer ist man den Weg des Friedens gegangen. Deshalb möchten wir als gemeinsames Team zeigen, dass wir als Koreaner auch diesen Weg gehen können", sagte Cheftrainer Cho Young Shin im Anschluss an das öffentliche Training im HSK.

 

Das Training wirkte an sich wie ein normales Handballtraining. Aufwärmübungen, Torwarttraining, Passspiel, Koordination mit dem Ball und dem Mitspieler standen auf dem Trainingsplan. Alle Spieler hatten hellblaue Trainingstrikots an, auf denen in weiß auf dem Rücken der Schriftzug „Korea“ stand. Der Unterschied war nur an den Schuhen zu erkennen. Denn die Spieler aus dem kommunistischen Nord-Korea trugen alle die gleichen Schuhe in den Farben der nordkoreanischen Landesflagge.

 

Als einzige Mannschaft des Turniers darf Korea mit 20 statt mit 16 Spielern starten. Korea wird mit dem Länderkürzel COR und der weiß-blauen Flagge, die das vereinte Land symbolisiert, antreten.

 

Schon vor Weihnachten reisten die Spieler und Betreuer aus Süd-und Nord-Korea in Berlin an, um sich gemeinsam auf das Turnier vorzubereiten. Dabei galt es für den südkoreanischen Cheftrainer Cho Young Shin und seinen nordkoreanischen Co-Trainer Sin Myung Chol aus vier Nord- und 16 Südkoreanischen Spielern ein Team zu formen, das zumindest im Ansatz gegen die Turniergegner bestehen kann. 

 

"Beim ersten Treffen haben wir noch etwas gefremdelt", gab Kapitän Jung Su Young zu. Sein nordkoreanischer Teamkollege Ri Song Jin erzählte aber mit Begeisterung von einem Abend, an dem sich alle Spieler und Betreuer besser kennen lernen sollen. „Seitdem sind wir in Freundschaft verbunden“, so Ri weiter.

 

Schon bei den Olympischen Winterspielen, die im Februar 2018 im südkoreanischen Pyeongchang ausgetragen wurden, hatte es ausgerechnet im Eishockey mit der politischen Tauphase begonnen. Denn bei den Kufenflitzern war eine vereinte Mannschaft aus Nord- und Südkorea angetreten. Auch deren sportlicher Erfolg war nur minimal. Aber es begann eine Phase der Änderung der beiden Staaten die - wie Deutschland auch - durch die Folgen eines Krieges geteilt wurden. 

 

Während aus BRD und DDR vor 30 Jahren wieder ein Deutschland wurde, wartet man in Korea immer noch auf einen Friedensvertrag zwischen den beiden Staaten. Denn durch die Folgen des Korea Krieges (1950 - 1953) wurde Korea endgültig in zwei Länder geteilt, verläuft die Grenze auf dem 38. Breitengrad.