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21.11.2019 10:12

Handball-Trainer Martin Berger will mit einem neuen Integrationsprojekt durchstarten

„Handball kennt keine Grenzen“ und „Handball inspires“. Dieser Meinung ist auch Martin Berger und will mit diesem Projekt einen neuen Boom im Handballsport auslösen. Seine Zielgruppe: Flüchtlingsfamilien, die in Deutschland mittlerweile eine neue Heimat gefunden haben. Ende September stellte der handballerfahrene Trainer den ersten Aktionstag auf die Beine und war am Ende selbst vom Erfolg überrascht.


Foto: Pivat

Über 30 Kinder im Alter zwischen sechs und 17 Jahren aus Flüchtlingsfamilien lernten den Handball kennen, bekamen mit Hilfe von Sky die Arbeit eines TV-Reporters näher gebracht und erlebten eine Partie der Füchse Berlin in der Max-Schmeling-Halle.

Das Projekt „Ich bin hier“ war dabei ein wichtiger Partner, um den gemeinsamen Projekttag

entsprechend zu organisieren. Aus der ursprünglichen Idee, neben einem

gemeinsamen Trainingstag und einem Besuch bei einem Bundesligaspiel der Füchse, wurde ein kompletter Projekttag, bei dem den Kindern und Jugendlichen auch gezeigt wurde, wie man mit Sportlern nach dem Spiel ein Interview führt.

Ein ganz entscheidender Punkt bei der Integration ist auch immer die Sprache. Aus diesem Grund entschieden sich Martin Berger und Jabr Zaher Aldeen gemeinsam mit dem Sky-Reporter Heiko Mallwitz einen Medien-Workshop zu organisieren. Bei „Ich bin hier“ handelt es sich um ein gemeinnütziges Projekt, wo Kinder aus geflüchteten Familien gemeinsam ins Theater, in den Tierpark oder zu einer anderen Veranstaltung gehen. Dabei erhalten die Kinder und Jugendlichen aber auch immer die Aufgabe, einen Vortrag auszuarbeiten, um die sprachliche Entwicklung gemeinsam zu fördern. „Das ist ein ganz entscheidender Punkt, um eine erfolgreiche Integration zu betreiben“, so Martin Berger.

Die Entwicklung zu diesem gemeinsamen Projekttag war nicht gerade gewöhnlich. „Wir sind reingekommen mit der Intention, für den Sport zu begeistern.“ Durch die Unterstützung von Hummel und der DKB standen sofort T-Shirts und Bälle zur Verfügung. Doch am Beginn des Trainings kickten die Kinder und Jugendlichen erst einmal mit den Spielgeräten. „Das war durchaus verständlich und wir haben das auch nicht unterbunden.“

Nach kurzer Zeit kamen dann die Kids auf die Idee, den Ball auch mal zu werfen. „Das hat vielleicht fünf, zehn Minuten gedauert. Aber dann konnten wir anfangen, Handball mit in den Trainingsbetrieb reinzubringen. Dann ging es aber wirklich ab“, freut sich Berger über die Entwicklung während des Projektages. „Was ich im Training dann erlebt habe, war fernab von den Sachen, die ich sonst so erlebe. Der Wettkampf ging los und die Biester wurden wirklich wach“, lacht Berger über den plötzlichen Trainingseifer seiner Schützlinge. Durchsetzungswille, Kampf um jeden Ball, nur nicht verlieren. „Es war eine Mentalität, die uns im Sport von ganz Oben bis nach ganz Unten noch sehr viel Freude bereiten kann“, ist sich der erfahrene Jugend-Trainer sicher. „Auch wenn Spieler wie Zlatan Imbrahimovic polarisieren, sie bestimmen ihre Sportart. Wenn man das erkennt, dass ganz viel neues

und spannendes auf uns wartet, dann sollte es jedem Trainer klar sein, dass er da was für die Kids tun muss.“ Nicht minder interessant war dann der Medien-Workshop mit Heiko Mallwitz. „Sky hat uns mit Heiko einen ihrer Topleute geschickt“, sagt Berger.

Mallwitz zeigte den Kindern und Jugendlichen, wie ein Journalist überhaupt arbeiten muss, wie er sich auf ein Spiel und seine Gesprächspartner vorbereitet. Mallwitz gab dabei auch bereitwillig Einblick in sein Berufsleben und welche Erfahrungen er mit den verschiedenen Sportlern und Sportarten gemacht hat. „Am Ende wurde Heiko mehr gefragt, als dass er die Kinder befragen konnte“, grinst Berger. Kanalisiert wurde das Interesse und die Neugier der Kinder dann gemeinsam im Füchse-Town, wo man sich in kleinen Gruppen auf das Spiel der Füchse gegen Die Eulen Ludwigshafen vorbereitet. Aus jeder Gruppen wurden die besten Fragen gesammelt und es ging gemeinsam zum Spiel in die Max-Schmeling-Halle. „Das war für die Kids das Größte. Da haben sie dann irgendwie wirklich begriffen, wo sie waren und was Handball überhaupt ist.“ Mit Jakov Gojun, Paul Drux und Simon Ernst standen dann nach der Partie drei Interviewpartner zur Verfügung, die geduldig die erarbeitenden Fragen beantworteten. „Das war eine extrem unkomplizierte Sache.“ Sky hatte die Fragerunde

dann auch noch spontan aufgezeichnet und als Video auf der Facebook-Seite veröffentlicht.

„Die Resonanz auf dieses Interview war dann auch entsprechend groß und positiv.“