Du bist hier: Home / News
< vorheriger Beitrag
16.01.2020 13:21

Rückblick auf den Deutschland-Cup 2020 der Mädchen

Mit einem 12. Platz und sehr müde kehrte der Tross der weiblichen Auswahl 2004 und jünger am Sonntag aus Sindelfingen zurück. Nachdem sich die Eindrücke der vier Tage verfestigt haben, gilt es, dass Erlebte zu analysieren.


Foto: Hundt

Allen Beteiligten war bewusst, dass die Mädchen der Berliner Auswahl mit HV Thüringen, HV Sachsen und HV Niedersachsen eine schwierige Gruppe in der Vorrunde erwischt haben. Aber die gesamte Mannschaft hatte sich von Beginn des letzten Jahres kontinuierlich gesteigert und durch einige gute Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen auf sich  Aufmerksam gemacht.

Der Start ins Turnier gegen Thüringen war noch mit leichter Nervosität belegt, aber nach einem knappen 8:5 kamen die Mädels ins Rollen und sorgten mit einem 20:7 Sieg für klare Verhältnisse. Nach einer größeren Pause kam es dann zum Duell mit einem der Turnierfavoriten, den Mädchen aus Sachsen. Dieses Spiel war nichts für schwache Nerven und laut Aussagen des DHB-Sichters „Eins der besten Spiele des Turniers“. Eine überragende Torfrau Sarah Hübner und eine unfassbare kämpferische Leistung aller Spielerinnen brachten dann den sensationellen 9:8 Sieg ein. Leider war auch hier der Spielplan nicht zu Gunsten der Berlinerinn, da es bereits eine Stunde später zum endscheidenden Spiel gegen Niedersachsen kam. Hier zeigte sich dann, dass der Kräfteverschleiß für einige der Leistungsträger zu groß war. Eine Niederlage mit fünf Toren hätte für das Erreichen des Viertelfinales gereicht und war auch im Bereich des Möglichen. Leider wurden in der zweiten Halbzeit reihenweise klarste Chancen ausgelassen. Am Ende stand ein 11:17 auf der Anzeigetafel, wodurch die Berliner Auswahl somit aufgrund weniger geworfener Tore ausgeschieden ist.

Von diesem Schock hat sich das gesamte Team bis zum Sonntag nicht erholen können und trotz allem kämpferischen Einsatz wurden die folgenden Spiele gegen Mittelrhein und Rheinland-Pfalz verloren.

Christian Fitzek: „Natürlich waren wir alle enttäuscht, das ist völlig normal, wenn man so nah am Viertelfinale dran ist. Aber wenn man die Entwicklung der Mannschaft und einzelner Spielerinnen seit einem Jahr sieht, kann man nur stolz auf die Mädels sein. Es gilt nun die richtigen Schlüsse aus dem Erlebten zu ziehen, um festzustellen, an welchen Stellschrauben  man noch drehen kann, damit die 2005er im nächsten Jahr dieses eine Tor mehr werfen. Das Trainer-Team hat direkt nach dem letzten Spiel mit der Aufarbeitung angefangen. Erste Ideen sind beispielsweise die Mannschaft häufiger vor solche Wettkampfbelastungen zu stellen, damit sie auch unter hohen physischen und vor allem psychischen Druck Entscheidungen treffen können. Ein weiterer Ansatz könnten Wettkämpfe mit männlichen Mannschaften in Berlin sein um eine größere Wettkampfhärte und Durchsetzungsfähigkeit im 1:1 zu trainieren. Wir haben wieder gute Kritiken der DHB-Sichter bekommen, was mich auf unserem Weg bestätigt, allerdings merke ich auch, dass ich persönlich etwas mehr Geduld an den Tag legen muss.“